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Fliegender Stiche und Astrologie/ mie

General Themes of HF - Themen der Historischen Bewegungskultur.

Fliegender Stiche und Astrologie/ mie

Beitragvon Richard Cole » Montag 19. Mai 2014, 07:53

Joachim Meyer benutzt oft den Begriff "fliegende" Stiche und erklärt den Begriff auch im Rapierbuch:

"Das Langort im Rapier ist das End aller stich / die do lang von dir beschehen / dann alle stich welche sich im antreffen nicht im Langen Ort enden / seind zu kurz / verstand fliegende stich . . ."

Also ist der Ort der Kern der Fechtkunst, weil alle Stiche in ihm enden - kennen wir ja.

Fliegende Stiche (Fliegender Ort) sind solche Stiche, die nicht im langen Ort enden, also alle Stiche, die kurz enden, was zumeist ein Verzucken in einer kriesförmigen Bewegung bedingt. Die fliegenden Stiche kreisen/ fliegen also um den Kern, den Langort. Damit kann man den Kern auch als Mittelpunkt verstehen. Dieser Mittelpunkt ist auf den Gegner gerichtet, auf seine Blößen.

Durch die fliegenden Sticke - also den fliegenden Ort, kommen wir zu einer Bewegung des Blatts, also Haue. Haue bewegen sich mit Meyer auf "Strassen oder Linien".

Die Haue werden bei Meyer in Haue ist die Mitte oder auf "halben Wege" angehalten, also halbe Haue in den Langort und in ganze Haue, die eine "Strasse oder Linie" ganz durchlaufen. Nach dem Durchlaufen gehen die ganzen Häue weiter und kommen, nach einem Umlauf, wieder in den langen Ort zurück (halber Hau) oder wieder an ihm vorbei (halber Hau).

Man sieht, bei den Ort wird auf das Fliegen verwiesen, die Haue werden mit Laufen oder Gehen verwandt.

Der lange Ort, die Mitte, ist für beide der Bezugspunkt.

Hier kann man, wieder einmal, Bezugspunkte zur Astrologie/ Astronomie finden. Dies ist nur als Analogie zu verstehen.

Das Sternbild Schlangenträger (Luzifer, Liechtenauer) trägt in der Mitte eine Strasse, die Milchstraße. Vor ihm "fliegt" das Sternbild Adler, mit dem Schnabel (Storchenschnabel, langer Ort) in Bewegungsrichtung vor dem Schlangenträger. Eine Au ist mit Grimm ein wasserumflossenes Land, am Himmel umfließt nach den Vorstellung der Alten die Milchstraße (Gala "griechisch" Milch, aber auch Galli, Priester, also Astronom). Ziffer "arabisch" (Jüdisch) "null", nennen wir eine Zahl. Die Null kann als wert bekanntlich nichts haben, oder sie erste Potenz anzeigen (wie in 10). Im alten Kalender hatte der 13 Schaltmonat (Sternzeichen Schlangenträger) genau diese Funktion, im Mondzyklus von 19 Jahren gab es 7 Schaltjahre mit 13 Monaten. Also war der Schlangenträger mal da, mal eben nicht. Luziffer ist der Lichtträger, weil der die Milchstraße als Schlangenträger trägt, oder aber die Lichte Zahl, die mal da ist, und mal eben nicht. Liechtenauer liegt begrifflich sehr nahe an diesem Begriff.

Interessant ist auch, dass im Mithraskult, Gott Mithras mit einer goldenen Rinderschulter, also ein Rinderkeule, schlägt (der Gott/Gote schwinge die Schuler wie eine Waffe). Dieses Kultdarstellung findet man in fast allen Mithräen (oft in drei Comicbildern als Sequenz). Die Rinderschulter (Rind gleich Ochs oder Stier) wird heute das Bärengestirn genannt (auch Wagen). Das Bärengestirn kreist bekanntlich jeden Tag (vom Tag) um den Polarstern (mit heute einem halben Grad Abweichung von der Rotationsache des Planeten). Das italienisch-römische Christentum scheint lange, bis zum Sieg der katholischen Kirche, mithräisch gewesen zu sein, mit einem mithräischem Pabst in Rom und einem katohlischen Pabst in Avigion (wir finden Darstellungen mit Rom in Italien voller Mithras-Symbolen). Auch das Externsteine Kultbild war wahrscheinlich eine Mithräum - viele der heute gefunden Mithräen wurden in D-Land gefunden.

Der große Wagen (in China Scheffel genannt), die goldene Schulter, ist also eine Schlagbewegung, ein ganzer Hau, eines Gottes, je Tag.

Das Sternbild großer Bär, Bärengestirn, ist also eine Keule. Von einer Keule ist es als Waffe zum Hammer nicht weit, also kann man die goldene Schulter auch leicht als ein Hammer sehen. Der eturische Totengott trägt eine Hammer ("schwingt den Hammer" oder "Hammer des Schicksals" ist noch heute sprichwörtlich, Lao Dsi spricht vom "Schlag des große Zimmermanns"), der heutige Pabst wird nach seinem Ableben rituell dreimal mit einem silbernem Hammer an seinen Kopf geschlagen.
So wird mit der Keule oder dem Hammer jeden Tag einmal im Kreis geschlagen wird - hier denkt man sogleich an das Fruchtbarkeitsritual Deutscher (sogenannter Germanen) nach einer Heirat, bei dem angeblich der Hammer Thors im Kreis über den Heiratenden geschwunden wurde, um Segen zu erbitten.

Meyer nennt den Ochs eine "Stich von oben". Zuckt (ziehen) man einen Hau um den Kopf - was er in seiner Fechtlehre mit allen Waffen (LS, Dussak, Rapier, Dolch, Stange) macht, dann führt man die Waffe in einem Bogen um den Kopf (siehe Bogen im Dussak). Streckt man aus dem Ochs den Ort nach oben, kommt man im Rapier in die Oberhut zum Streich (Strich) oder im LS in den vom Tag.

Den Pflug nennt Meyer einen "Stich von unten" - ich habe ja schon zu Sternbildern und den vier Huten etwas getippt.

Planeten sind überdies "griechisch" Wanderer, Wandelsterne, Umherschweifende ist die bessere Übersetzumg von Planaomai. Genauso nennt Meyer seine Haue - umherschweifend ("umbschweiffige Häuw"), oder zuckend, ziehend. Wenn Planeten Haue sind, dann sind Sterne Stiche, Stern "griechisch" Astron, also Ast, "lateinisch" Stelle, also Stele oder Posten. Pol heißt Stange, der Pol ist die Mitte des Firmament, mit dem Polarstern als Langort.

Damit sind wir beim Kreuz, der Schnittmenge aus zwei Ebenen, der Langort oder dem Schlangenträger auf dem Äquator und dem Langort im Tag auf dem Nordpol.

Das finden wir im 3227a:
"lichtnawer helt nur eczwas võ den vier leger dorv~me das sy aus den ober vnd vnder henge~ gehñ doraus mã schire mag gechte bre~gen etc"

und

"Dy vierde hute / vom tage / ist der lange ort / wer den wol furet mit gestragtem arme~ / den mag mã nicht mit hewe~ / noch mit stiche~ wol treffen / Is mag auch wol heissen / das henge~ ober dem hawpte"

Fechtergruß

PS: Beide, GNM 3227a und Joachim Meyer, zitieren überdies Liechtenauer wörtlich, und nennen ihn nicht als tot - Liechtenauer lebt heute noch - als Sternbild.
„Es gibt stets zwei Endpunkte, zwei Gegensätze. Die Kampfkunst ist die Fertigkeit, welche in ihre Mitte fällt.“
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Richard Cole
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