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Präsenz auf Turnieren???

Veranstaltungen rund um das Historische Fechten (Seminare, Workshops, Ausstellungen, Vorführungen). Jeder kann hier eine ihm bekannte passende Veranstaltung eintragen oder dazu einladen.

Re: Präsenz auf Turnieren???

Beitragvon OliverJ » Dienstag 13. Mai 2014, 10:25

Richard Cole hat geschrieben:Eine Werkstatt (Workshop) hatte die Idee einer mobilen Schule, in der ein Vortragender eine geeignete Gruppe in einer gemeinsamen Tätigkeit (werk) unterrichtet oder anleitet. Dies ist auf der Stufe einer Veranstaltung im Kindergarten, wie ein Spielmobil usw.

Das ist in der KK unmöglich und nicht zielführend.

In der KK muss Unterricht her, oder man macht eben keine Fortschritte.

Rihchtig ist, dass man über Kleinworkshops keine Kampfkunst erlernen kann. Dazu braucht es regelmäßigen! Unterricht.
Workshops sind aber denoch eine gute Alternative um sich Fremdwissen anzueignen oder dieses abzugleichen.
Es ist auch nicht richtig, dass es sich dabei nur um "Kindergartenniveau" handeln muss. Stimmt das Publikum oder ist er darauf ausgelegt, dann kann das auch andere Maßstäbe annehmen. Zugegebenermaßen leider in unserer Szene nicht allzu oft.
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Re: Präsenz auf Turnieren???

Beitragvon Richard Cole » Mittwoch 14. Mai 2014, 13:46

Ich meine Kindergarten nicht herabwürdigend - nur ist die Didaktik einer Werkstatt eben die aus dem Kindergarten, in der alle Kinder eben spielerisch lernen/ mitmachen können.

Schulbildung hingegen sollte/ hat Struktur - diese Struktur man weitläufig Didaktik. Das unsere Schule nicht optimal ist und zu lange Lehrzeiten hat wissen wir alle. Oft ist die Schule auch seelisch grausam zu den Schülern/ Kindern, denn die Schule ist die zentrale Institution unserer Kultur zum Brechen der Psyche der Kinder/ Schüler.

Ein ähnliches System findet sich im Gefängnis, dass in unseren Landen ein ähnliche Struktur wie die Schule hat, beides sind Zwangsveranstaltungen zum Brechen/ Umerziehen der Insassen/ Schüler. Ebenfalls in die selbe Schiene zieht die militärischen Ausbildung, es geht um das Löschen der Identität der Insassen/ Kinder/ Soldaten in einer Situation des Zwangs und der Rechtlosigkeit. Programmiert wird das gewünschte Verhalten, und eben nicht Wissen oder Erfahrung - vor diesen beiden Eigenschaften haben alle Staaten Angst, denn die erziehen den Menschen zum selbstständigen Denken.

Bei Schule, Gefängnis und Militär fällt auf, dass alle drei Systeme auf bewährte seelische Druckmassnahmen abzielen:
-Soziale Isolation
-Zwangseinfügung ist eine Gruppe Leidensgenossen
-Zeitlich sehr lange Isolation, um das eigene Denken völlig zu eradieren.

Alle drei haben als Ziel die Aufgabe der eigenen Identität, um fortan als Rechtsloser leben zu können, der 80% Steuern zahlt, auf Befehl sein Leben hingibt und vor allem alles glaubt, wenn es eben nur "von Oben" kommt.

Das ist der traurige Zustand unserer Kultur.

In der KK haben wir ebenfalls Didaktik, wenn der Lehrer sein Geld wert ist - nur sind die Ziele der KK diametral zum staatlichen Zwangssystem.

In der KK ist nicht das Brechen des Menschen das Ziel, sondern der Mensch soll wachsen. Klassischer Weise hat der Unfrei drei Merkmale, Landlosigkeit, Waffenlosigkeit und Geldlosigkeit.

In der KK arbeiten wir an der Wehrfähigkeit des Menschen und stellen sein natürliche Gefechtspotenzial wieder her - das ist politisch extrem inkorrekt und in vielen Teilen der Welt generell verboten.

Dann MUSS ein guter Lehrer seine Schüler dazu bringen selbstständig zu denken - das ist oft ein langwieriger und schmerzlicher Prozess. Ich fördere dass durch meine steilen Thesen und häufigen Diskussionen mit meinen Schülern, in denen ich gewöhnlich ihr Weltbild in Frage stelle oder an den Grundfesten desselben rüttele.

Das tue ich vor allem um den Schüler selbstständiges Denken anzugewöhnen. Man muss alles und vor allem sich selber in Frage stellen - was das Gegenteil der staatliche Medienmacht ist, die alles erklärt und richtig stellt.

Früher nannte man ein solches System die sokratische Frage.

In der KK ist selbstständiges Denken kein Luxus, wie im Leben in der Burg Deutschland, sondern eine absolute Notwendigkeit, von der durchaus mein Leben und das Leben anderer abhängen kann.

Die körperliche Didaktik, die ich einsetze, beruht zum einem auf Schutz und angstfreiem Üben, auf der anderen Seite aber auch aus wohl dosiertem Stress.

So ist KK das Gegenstück zur Verdummung im System:
-Soziale Integration
-Freiwillige Einfügung ist eine Gruppe von Mitschülern
-Zeitlich sehr kurze Übungseinheiten, die den Alltag nicht beschädigen und das eigene Denken fördern

Auf der geistigen Ebene muss der Schüler erkennen, dass das soziale Phänomen KK zu guten 80% auf Psychologie beruht. Die körperlichen Fähigkeiten sind wenige, aber diese muss man bis zum Erbrechen üben, sonst kann man sie im Gefecht nicht einsetzen.

Nichts davon kann ich auf einem Turnier benutzen. In einem Turnier übe ich eher die vom Staat gewünschten Mechanismen ein, von Spaßkultur bis zum Fechten ohne Treffer zu nehmen.

Nichts davon kann ich in einer Werkstatt erlernen. In einer Werkstatt halten meisten Schüler Werkstatt für Schüler, wobei unter Blinden der Einäugige König ist.

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„Es gibt stets zwei Endpunkte, zwei Gegensätze. Die Kampfkunst ist die Fertigkeit, welche in ihre Mitte fällt.“
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Re: Präsenz auf Turnieren???

Beitragvon OliverJ » Mittwoch 14. Mai 2014, 15:10

ok, da du "Schule" und "Kindergarten" im selben Zusammenhang genuzt hast, ging ich davon aus, dass es sozusagen "Schule mit Kindergartenniveau" sei.
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Re: Präsenz auf Turnieren???

Beitragvon Richard Cole » Sonntag 18. Mai 2014, 08:44

Leider ist der größte Teil der HF Szene eine reine Spaßkultur, nach politisch korrekter Prägung.

Für KK interessieren sich eben nur wenige Fechter.

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